Philosophie & Wissenschaft

CBD erklärt: Forschungsstand, Wirkung und Konsum

By June 9, 2020 September 11th, 2020 No Comments
CBD Vape Pen

Ein Review dieses Artikels erfolgte durch Frau Dr. med. Iris Pleyer. Sie ist ist Gynäkologin und Geburtshelferin, Ärztin für Psychosomatik und hat zahlreiche Aus- und Weiterbildungen im Bereich der orthomolekularen Medizin absolviert. Letztes Jahr erschien ihr Buch “Cannabidiol: Ein natürliches Heilmittel des Hanfs”

Was ist CBD?

Cannabidiol oder CBD ist einer von vielen natürlich vorkommenden Wirkstoffen in Cannabis. Es gehört – wie THC auch – zur Gruppe der Cannabinoide, ist jedoch nicht psychoaktiv. CBD wird eine schmerz- und angstlösende Wirkung nachgesagt. Außerdem soll es entzündungshemmend sein. Seit 1963 ist die chemische Struktur von CBD bekannt [1]. Seit 2018 ist es frei im Handel erhältlich und nicht verschreibungspflichtig. Außerdem wird CBD im Zusammenhang mit  folgenden Themen erforscht und konsumiert:

  • Rückenschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Schlafstöungen
  • Übersteigerter Appetit
  • Fibromyalgie
  • Nervosität
  • Angststörungen
  • Epilepsie
  • Diabetes
  • Verdauungsbeschwerden
  • Parkinson
  • Nikotin-Sucht
  • Schizophrenie
  • Sozialen Phobien
  • Regelschmerzen
  • Endometriose

Was sagt die Forschung?

Es gibt doch schon sehr viele Studien zu CBD, viele davon jedoch klein oder ohne Kontrollgruppe durchgeführt. CBD wird seit den 60ern erforscht aber die Forschung steckt noch in den Kinderschuhen. Ich habe ein paar Studien zu diesem Thema quergelesen und so gewissenhaft, wie in diesem Rahmen möglich, eine Übersicht für euch geschrieben.

Das Endocannabinoid-System

Hier wirken CBD und auch THC. Unser Körper hat ein eigenes System für diese Stoffe und verfügt selbst über verschiedene Cannabinoide. Weil sie natürlich im Körper vorkommen heißen diese Endocannabinoide. Die bis jetzt bekannten Rezeptoren sind der CB1-  und CB2-Rezeptor. Besonders gut bekannte, daran andockende Endocannabinoide sind Anandamid und Arachidonoylglycerol [2]. CBD bindet nicht direkt an CB1 oder CB2, interagiert jedoch indirekt mit diesen.

Das Endocannabinoid-Mangel-Syndrom (CECD)

2003 hat Ethan Russo die These aufgestellt, dass ein schlecht reguliertes Endocannabinoid-System verantwortlich für Migräne, Fibromyalgie und andere Krankheiten sein kann [3]. Dr. med. Iris Plyer schreibt in ihrem Buch “Cannabidiol. Ein natürliches Heilmittel des Hanfs“ (2019)  kleine Dosen an Phytocannabinoiden, wie CBD, könnten die Aktivität des Endocannabinoid-System ankurbeln, indem zusätzlich körpereigene Cannabinoide gebildet werden.

Wie wirkt CBD – Tierversuche

Stimmungsaufhellender Effekt von CBD

Der stimmungsaufhellende Effekt von CBD wird bis jetzt mit der Aktivierung des 5-HT1A-Rezeptors (ein Serotonin-Rezeptor) erklärt:

”The acute effects of CBD clearly depend on facilitation of serotonin 5HT1A receptor-mediated neurotransmission in defense-related areas […]” [4]

Entspannender und ängstlösender Effekt von CBD

Außerdem, so die Forschung, wirke CBD auf den Stoffwechsel von Anandamid und verlangsame dessen Abbau. Anandamid ist ein Endocannabinoid, welches natürlich in uns vorkommt. Anandamid wirkt mitunter angstlösend und entspannend.

“Since CBD can decrease the metabolism/uptake of anandamide, a major endocannabinoid, it could also act through this system. Indeed, the acute effects of CBD in the marble burying test and aversive memory reconsolidation were prevented by CB1-receptor antagonists (24, 26). Facilitation of CB1- and CB2-mediated responses, probably due to inhibition of anandamide metabolism, is also involved in the pro-neurogenic effect of CBD (44).”

Wie wirkt CBD – Humanforschung

CBD wurde durch den Simulated Public Speaking Test (SPST) an gesunden Menschen getestet. Dabei wurde das Empfinden von Angst und Nervosität, sowie Blutdruck, Herzschlag und die Elektrodermale Aktivität (sehr simpel ausgedrückt: die Aktivierung des Sympathikus) gemessen. In dieser doppelblinden Studie wurden vier Gruppen jeweils CBD, Diazepam, Ipsapirone oder ein Placebo verabreicht. Sehr generalisiert: alle drei Stoffe konnten Angst und Nervosität regulieren. [5]

CBD konsumieren

CBD-Öl

CBD Öl kann man in Form von Tropfen konsumieren, rauchen oder vapen. Ich persönliche empfinde das Öl als sanften Einstieg. Ich habe 5% und 10% Öl drei Wochen getestet. Es gibt aber auch stärker konzentriertes Öl. Probiere verschiedene Konzentrationen über mehrere Wochen aus um zu schauen, was dir am besten entspricht. 

CBD vapen

Ich habe einen Vape Pen und Öl von New Garden Lab gestellt bekommen und finde diesen sehr praktisch. Die Kartuschen gibt es ebenfalls mit verschiedenen Konzentrationen an CDB. Meine ist mit 40% CBD-Öl gefüllt.

Die Wahl der richtigen Kartusche 

Achte darauf, was in der Kartusche ist, wenn du es vapen willst. CBD-Öl braucht für diese Form der Einnahme einen Träger. Deine Kartusche sollte aber kein Kokosöl (MCT), Glycerin (VG) oder Propylenglykol (PG) enthalten. Stattdessen natürliche Terpene wie Limonene oder Myrcene.

Hier eine Kartusche ohne VG/PG/PRG/MCT (Werbung wegen Verlinkung)

Vollspektrum-Öl und der Entourage-Effekt

Studien haben ergeben, dass CBD seine volle Wirkung enfalten kann, wenn es zusammen mit anderen Cannabinoinden und Terpenen konsumiert wird. Deswegen eignet sich für den therapeutischen Konsum ein Präparat mit Vollspektrum-Öl [6]. Hier verlinke ich euch ein Interview mit Dr. Ethan Russo. Er hat den Entourage-Effekt erforscht.

Dosierung

Empfehlungen zur Dosierung hängen vom Körpergewicht, dem Geschlecht, der Einnahme von anderen Medikamenten und den Beschwerden ab. Gegen leichte Unruhe oder Kopfschmerzen hilft ein 5% Öl bereits gut. Auch um die stimmungsaufhellende Wirkung von CBD zu erfahren, darf nur eine geringe Menge eingenommen werden. Für stärkere Beschwerden sollte mindestens ein 10% Öl verwendet werden. 

Mach’ deine eigenen Erfahrungen – bleibe dabei achtsam und wach.

Es liegt so viel Potential in dir und normalerweise bin ich kein Verfechter von Stoffen, die von extern kommen. Achtsam konsumiert und in einem therapeutischen Setting konnte CBD jedoch schon vielen Menschen helfen.

Besonders Erfahrungsberichte sind spannend, um die Wirkung von CBD, neben der klinischen Erforschung zu ergründen. Wenn du schon Erfahrungen mit CBD gemacht hast, freue ich mich, wenn du diese mit mir teilst.

Quellen

[1]  https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fimmu.2018.02009/full (Stand: 2.6.2020)
[2] https://www.institut-icanna.com/de/endocannabinoid-system.html
[3] http://files7.design-editor.com/92/9209805/UploadedFiles/B1B24139-0E8E-DE15-0A60-8AA667049589.pdf
[4]  https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fimmu.2018.02009/full
[5]  https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/026988119300700112 (Stand: 5.6.2020)
[6] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5447297/

Leave a Reply