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So entstehen Glaubenssätze und innere Anteile

By May 9, 2022 No Comments
Glaubenssätze und innere Anteile

Prägende Erlebnisse, Momente die eine starke emotionale Ladung haben, führen dazu, dass wir großen inneren Stress erleben. Dieser Stress gleicht einem Überlebensstress. Auch wenn die Erlebnisse, die uns prägen, nicht immer überlebensbedrohlich sind. Besonders wenn es um den Verlust oder die Gefährdung von Bindung und Beziehung geht, reagiert unser Nervensystem sehr intensiv, als würde es sich um ein lebensbedrohliches Ereignis handeln. Das liegt daran, dass wir bindungsorientierte Wesen sind. Solche Momente können dazu führen, dass sich in uns gewisse Strategien entwickeln, um diese starke Emotion zu verpacken oder zu kompensieren. Es entstehen verschiedene Anteile in uns (in Form von Glaubenssätzen, körperlichen Symptomen, Emotionen)

Schützende innere Anteile entstehen häufig in unserer Kindheit

Besonders als Kinder reagieren wir sehr stark darauf, wenn wir nicht feinfühlig begleitet werden. Und wir nehmen den Stress unserer Bindungspersonen persönlich. Denn als Kinder haben wir keine Fähigkeit zu differenzieren. Wir nehmen alles sehr persönlich. Einfach, weil wir auf unsere Bindungspersonen angewiesen sind. Wir können nicht anders.

Wenn prägende Erlebnisse vorsprachlich passiert sind oder wir sehr klein waren, können wir uns gar nicht unbedingt erinnern, was uns so sehr geprägt hat. Was übrig bleibt ist ein Glaubenssystem das uns im hier und heute begegnet. Ein Glaubenssystem geprägt von „Ich bin nicht gut genug.“ oder „Ich bin zu viel.“ oder „Ich bin allein.“

Du kannst dir dein Sein wie eine inneren Familie vorstellen

Inspiriert vom systemischen Familientherapeuten Richard Schwartz möchte ich dir ein Bild anbieten, welches mir hilft die Theorie um innere Anteile zu greifen: Du kannst dir deinen Geist wie eine Familie vorstellen. Jeder Anteil dieser Familie, hat unterschiedliche Aufgaben, Ansprüche, Gefühle und Gedanken.

Wichtig: Im hier und heute werden wir mit unseren inneren Anteilen und Glaubenssätzen konfrontiert durch: unsere Perspektive auf die Welt, die Art wie wir uns Verhalten oder die Beziehungen, die wir haben oder eben vermeiden.

Bestimmte Gedanken oder Überzeugungen gehören bestimmten Anteilen an. Vielleicht dem Perfektionisten-Anteil in uns, dem inneren Kritiker, dem Kontroll-Anteil, dem „Du bist verantwortlich Anteil.“ oder dem „Du kannst das nicht“ Anteil. 

Innere Anteile sind in ihrer Grundausrichtung wohlwollend

Jeder Anteil hat bestimmte Strategien entwickelt, die uns davor schützen sollen, dass eigentliche emotionale Leid zu spüren: wir arbeiten viel zu viel, machen Dinge, die uns eigentlich nicht gut tun, oder Vermeiden bestimmte Dinge. 

Wichtig: innere Anteile, sowie Glaubenssätze und Systeme sind entstanden, um uns zu schützen. Das zu würdigen ist ein wichtiger 1. Schritt.

Ein Teil in dir ist unversehrt

Neben diesen schützenden Anteilen haben wir auch einen Anteil in uns, der unversehrt ist und zu Beobachtung fähig.

Diesen Anteil nenne ich, ebenfalls inspiriert von Richard Schwartz, „das Selbst“ oder „das unversehrte in dir“. Wenn wir diesen Anteil stärken, können wir Schritt für Schritt wieder zum „Familienoberhaupt“ werden und die Anteile, die uns nicht mehr länger dienen, sanft verabschieden. 

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