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Warum Beiträge im Internet wie „So wirst du deine innere Unruhe SOFORT los.“ problematisch sind.

By July 29, 2023 No Comments
Die ethischen Aspekte von Mental Health Content

In diesem Beitrag erfährst du, was an „So löst du deine innere Unruhe SOFORT auf“ Beiträgen im Internet problematisch ist. Denn sie stehen durch ihre Haltung der Qualität, die für Veränderung und inneren Frieden wirklich notwendig ist, entgegen. Dieser Artikel ist nicht nur spannend für dich, wenn du regelmäßig im Internet Mental Health Content konsumierst. Auch als Content Creator bekommst du Inspiration, um deine Inhalte aus ethischen Gesichtspunkten zu reflektieren.

Das steckt hinter schnellen Lösungen für innere Unruhe und Co. im Internet

Es ist der Funktionsweise des Internets und unserer kurzen Aufmerksamkeits-Spanne geschuldet, dass so viele „Besiege deine innere Unruhe mit dieser Technik SOFORT“ Beiträge existieren. Aber weißt du was? Diese Beiträge orientieren sich an dem, was bei Google oder YouTube gesucht wird. Das bedeutet, solche Videos greifen die Fragestellungen auf, die tatsächlich eingetippt werden. Und da liegt das Problem. Denn Fragestellungen wie „Wie kann ich meine innere Unruhe loswerden.“ reflektieren den mentalen Zustand der Person, die fragt. Und die bringt, verständlicherweise, oft ein gewisses Maß an innerer Not mit. Und viele Artikel, Videos und Podacsts befinden sich mit ihrem Content – also der Antwort, die eigentlich helfen soll – genau im selben Fahrtwasser. Das heißt, die Content Creator, Plattformen, Blogger usw. schauen sich an: „Ah, da fragen sich Menschen, wie sie ihre Unruhe loswerden können.“ Dann mache ich doch jetzt mal eben ein Video dazu, wie man innere Unruhe garantiert schnell weg bekommt.“ Es geht bei solchen Beiträgen ganz viel um Reichweite. Und so entstehen reißerische Überschriften, die das einzige versprechen, was jemand mit akuter innerer Unruhe hören will: Ich zeige dir, wie du sie wegmachen kannst.“ Deswegen haben solche Videos oft auch eine super hohe Reichweite. Das es den Menschen nachhaltig nützt, bezweifle ich aus fachlicher Perspektive stark.

Das Problem mit reißerischen Überschriften

Die Person, die sich das Video anschaut, wird in ihrer Haltung von:„Das muss jetzt ganz schnell weg.“, auch noch bestärkt. Das ist ein ganz problematisches Nebenprodukt von „Mental Health Content“ bei Social Media. Und ich kann dir sagen, wie sich innere Unruhe garantiert nicht „auflöst“. Durch eine Haltung von „das muss weg“ Ich weiß, wir wollen innere Unruhe unbedingt weg haben. Und es ist ganz schwierig hier eine neue, neugierige und forschende Haltung anzunehmen. Aber nur so, kann Veränderung gelingen. Diese innere Haltung von „es ist okay“ in Kombination mit hilfreichen kleinen Körperarbeits-Übungen und Therapie oder einem fundierten Coaching macht am Ende den großen Unterschied.

Geduld und Empowerment statt schneller Lösungen

Ich wünsche mir von allen Personen, Institutionen, Magazinen, die Mental Healt Content kreieren eine Reflexion aus ethischen Gesichtspunkten. Folgende Fragestellungen, könnten hier hilfreich sein:

  • Mache ich der rezipierenden Person ein Heilversprechen, welches ich nicht halten kann?
  • Unterstützte ich den Mythos von schnellen, einem Wunder gleichenden Übungen, die jahrelang aufgebaute Spannungsmuster auflösen könnten?
  • Unterstützte ich den Drang nach schnellen Lösungen, anstatt zur nachhaltigen Transformation innerer Spannungsmuster zu ermutigen?
  • Sind meine Inhalte trauma- und nervensystem-informiert?

Diese Fragen sollten (bis auf die letzte natürlich) alle mit Nein beantwortet werden können. Ansonsten orientieren sich die Inhalte vermutlich mehr an der eigenen Bereicherung oder den algorithmischen Anforderungen einer Social-Media-Plattform oder Suchmaschine.

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