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Was ist TCTSY?

By March 19, 2021 No Comments

Interview mit Birgit Löwenbrück

TCTSY steht für Trauma Center Trauma Sensitive Yoga. TCTSY wurde 2002 am  Trauma Center Boston von Dr. Bessel van der Kolk, David Emerson und anderen, als ergänzendes körperorientiertes Behandlungsprogramm für Menschen mit  komplexer Traumatisierung (KPTBS) und posttraumatischer Belastungsstörung  (PTBS) entwickelt. Das besondere: TCTSY ist in den USA als evidenzbasiertes  Behandlungsmodell für Trauma anerkannt.

Birgit Löwenbrück wurde 2010 durch David Emerson, Jennifer Turner und Dr. Bessel van der Kolk in dieses Yogaprogramm eingeführt. Sie ist  zertifizierte TCTSY-F (Facilitator) und  akkreditierte Trainerin des Center for Trauma and Embodiment im Zertifizierungsprogramm. Ich habe mich mit Birgit über TCTSY unterhalten.

Was bedeutet TCTSY und wie unterscheidet der Ansatz sich von  “kommerziellen” Yogastunden und traumasensitivem Yoga (TSY)? 

TCTSY steht für Trauma Center Trauma Sensitive Yoga. TCTSY wurde 2002 am  Trauma Center Boston von Dr. Bessel van der Kolk, David Emerson und anderen, als ergänzendes körperorientiertes Behandlungsprogramm für Menschen mit  komplexer Traumatisierung (KPTBS) und posttraumatischer Belastungsstörung  (PTBS) entwickelt. 

Unterschiede zum öffentlichen oder „kommerziellen“ Yogaunterricht

Öffentlicher oder „kommerzieller“ Yogaunterricht berücksichtigt in der Regel keine  besonderen Bedarfe ganz bestimmter Zielgruppen und kann für traumatisierte  Menschen einige Risiken bieten. Beispielweise können körperliche Berührungen,  Pranayama (Atemtechniken) und Stillephasen eine große Herausforderung für  traumatisierte Menschen bedeuten.   

Unterschiede zwischen TSY und TCTSY 

TSY-Ansätze, bzw. trauma-informiertes oder trauma-sensitives Yoga steht für Yogaunterricht, der mindestens so an die Bedürfnisse traumatisierter Menschen angepasst sein sollte, dass sie möglichst risikofrei am Yogaunterricht teilnehmen  können. Da es keine allgemein verbindliche Begriffsdefinitionen und festgelegte Standards für TSY in Deutschland gibt, ist es tatsächlich schwer zu sagen, was einzelne Anbieter*innen unter trauma-informiert oder trauma-sensibel verstehen,  ohne deren Angebote im Detail zu kennen. Eine Vielfalt von verschiedenen TSY-Angeboten kann unterschiedlichen  Bedürfnissen von Nutzer*innen gerecht werden, wenn sie die angebotenen  Methoden tolerieren können. Eine Fachdiskussion und die Entwicklung von  Standards könnte zu mehr Transparenz und Sicherheit führen. TSY-Angebote  können Betroffene unterstützen und Traumatherapie sinnvoll ergänzen. Sie sind  jedoch keine Methoden zur Behandlung von traumabedingten Symptomen.

Trauma Center Trauma Sensitive Yoga oder TCTSY, diese Bezeichnung  verweist auf den Ort der Entstehung dieses besonderen Konzeptes. TCTSY wurde am Trauma Center Boston, einer weltweit bekannten Institution für Trauma forschung und Traumatherapie entwickelt als körperorientierte, klinische Intervention zur Behandlung von Komplextrauma und PTBS. TCTSY unterscheidet  sich in vielfacher Hinsicht von TSY-Angeboten, insbesondere fachlich-methodisch.  TCTSY ist zwar auch trauma-sensitiv und nutzt einfache Yogaformen, diese sind  jedoch in ein systematisches, theoretisch fundiertes, trauma-spezifisches und  zielgruppen-spezifisches Behandlungskonzept mit klar definierten Behandlungs zielen eingebunden. TCTSY ist die derzeit einzige Methode, die Yogaformen im  Kontext von Trauma nutzt und die in den USA als evidenzbasiertes  Behandlungsmodell für Trauma anerkannt ist.

Du sagst TCTSY ist ein  spezifisches Behandlungsprogramm. Was bedeutet das genau?  Welche Methoden verwendet ihr im TCTSY? 

TCTSY ist insofern ein spezifisches Behandlungsprogramm, weil es sein  Behandlungskonzept, seine Interventionen sehr genau, also spezifisch, an der  Traumasymptomatik komplex traumatisierter Menschen ausrichtet und dabei auf  eine nachhaltige Überwindung einer komplexen Trauma-Symptomatik zielt. TCTSY  orientiert sich primär an westlich-medizinisch-wissenschaftlichen Paradigmen.  Dies umfasst auch die regelmäßige wissenschaftliche Überprüfung seiner  Wirkhypothesen bzw. Behandlungsziele.  

Im Unterschied zu kognitiv-verbalen Ansätzen der Traumatherapie, auch als top down Strategien bezeichnet, nutzt TCTSY den Körper – bottum-up – als  Zugangsweg und bezieht z.B. durch Achtsamkeit auf Körperempfindungen auch „Seitenwege“ zum limbischen System ein (Spinazzola 2014). Einige der wichtigsten Schlüsselelemente und Methoden des TCTSY lassen sich wie folgt kurz  beschreiben: 

Traumatheorie: Empowerment 

“No intervention that takes power away from the survivor can possibly foster  her/his recovery, no matter how much it appears to be in her/his own best  interest.” 

– Judith L. Herman 

Dieses Zitat von Judith Herman wird im TCTSY wie folgt umgedeutet: nur  Interventionen, die Traumaüberlebende „empowern“, können zur Überwindung  von Traumafolgen beitragen. Übersetzt in die Praxis von TCTSY bedeutet das zum  Beispiel: 

Empowerment umfasst in diesem Konzept die freiwillige Partizipation, die  Selbstbestimmung und Unterstützung der Selbstwirksamkeit Betroffener, vor  allem die radikale Selbstbestimmung über den eigenen Körper in der Yogapraxis.  Menschen mit einer Traumageschichte haben erlebt, dass Täter*innen ihnen  sagen, was sie mit ihrem Körper tun sollen. Darum ist es im TCTSY ausgeschlossen  Teilnehmenden zu sagen, was sie mit ihrem Körper tun sollen. Eine traumatische  Situation ist darüber hinaus durch die vollkommene Abwesenheit von  Wahlmöglichkeiten gekennzeichnet. Orientierung am Empowerment-Ansatz finden  im TCTSY Konzept ihren Ausdruck zum Beispiel in einer konsequent einladenden Anleitungs-Sprache und im Praktizieren von Wahlmöglichkeiten in jeder Yogaform.

Bindungsforschung: Heilen in Beziehung 

Beziehungsbedingte Traumatisierungen haben gravierende Auswirkungen, je  früher sie stattfinden, um so schädigender wirken sie auf die Gehirnentwicklung (Schore 2009), auf selbst-referentielle, kognitive, somatische Bereiche und die  Bindungsqualität. Trauma trennt Menschen von der Beziehung zu sich selbst und  anderen. Die Traumadynamik kann Menschen in einem inneren Dilemma von  Übererregung und Misstrauen und dem gleichzeitigen Wunsch nach Verbundenheit  mit anderen gefangen halten (J. Fisher 2021). 

Unterstützende Beziehungen sind nicht nur überlebenswichtig in der Kindheit,  sondern über die gesamte Lebensspanne hinweg und unverzichtbar für die  Überwindung von Trauma. TCTSY ist eine beziehungsorientierte Praxis. Im  Bewusstsein, dass die anleitende Person möglicherweise das furchterregendste im  Raum ist, schaffen Anleitende einen möglichst sicheren Beziehungsrahmen und  gestalten die Interaktion respektvoll und mitfühlend. Damit die Praxis zu einem  möglichst sicheren Ort wird, bleibt die anleitende Person während der Praxis immer  an ihrem Platz, geht nicht im Raum umher und kündigt jedes unvermeidbare Verlassen ihres Platzes vorher verbal an. Aspekte der Beziehungsorientierung  drücken sich auch darin aus, wie sich die anleitende Person mit ihrem eigenen  Körper im Raum präsentiert, einschließlich ihrer Kleidung.  

In einer gemeinsamen TCTSY-Praxis bleiben alle Beteiligten immer in  Verantwortung für ihren Körper und erkunden im eigenen Tempo die Beziehung  zum eigenen Körper, die Beziehung zu sich selbst. Das kann möglicherweise  schmerzhaft und schwierig sein, niemand muss das jedoch alleine tun. Betroffene  können das gemeinsam mit der anleitenden Person und anderen Betroffenen tun. 

TCTSY Anleitende versuchen die Asymetrie ihrer Rolle in der Praxis möglichst zu  minimieren, indem sie Macht und Entscheidungsgewalt zugunsten der  Teilnehmenden verschieben, von Zielorientierung absehen und auf jegliche  Beeinflussung verzichten. Die gemeinsame Yogapraxis wird als kollaborativer  Prozess auf Augenhöhe gestaltet. Die fortlaufende kritische Reflektion der eigenen  Anleitungs-Rolle und der Praxis, der eigenen Motivation, die Einhaltung  angemessener Grenzen, die Bearbeitung eigener Themen und Übertragungsphänomene, kontinuierliche Fortbildung, kollegiale Beratung und Supervision  unterstützen diesen Prozess.  

Neurowissenschaften: interozeptive Achtsamkeit 

Interozeption bezeichnet die Fähigkeit Signale und Informationen aus dem Körper  (Organe, Viszera, Muskeln) wahrzunehmen und angemessen darauf zu reagieren. Interozeptive Fähigkeiten umfassen beispielsweise die Wahrnehmung von Hunger,  Durst, Kälte, Hitze, Muskeldynamiken, Körperempfindungen, Herzschlag, etc.  traumatische Erfahrungen können das interozeptive System in vielfältiger Weise  beeinträchtigen.  

TCTSY nutzt interozeptive Achtsamkeit im gegenwärtigen Moment als  Schlüsselpraxis verbunden mit der qualifizierten Hypothese, dass sich durch die  wiederholte Aktivierung der interozeptiven Verbindungswege und der Insula (Hirnbereich, der interozeptive Informationen verarbeitet) traumabedingte  Veränderungen im interozeptiven System relativieren lassen. 

Jeder Moment in dem jemand präsent ist in seinem Körper, in einer Bewegung, sei  es auch nur für Augenblicke, ist „Nicht-Trauma“. Beim Erkunden einer Yogaform  oder einer einfachen Bewegung ist es vielleicht möglich den Körper zu spüren oder  nicht, es kann sein, dass Muskeldynamiken, Körperempfindungen wahrnehmbar  sind oder nicht, vielleicht Schmerz. Jede Yogaform ist eine neue Gelegenheit zur  achtsamen Wahrnehmung des Körpers ohne zu werten. In der Bewegung gibt es  kein Richtig oder Falsch, nur unterschiedliche Erfahrungen. Es gibt nichts zu  erreichen, keine Anhaftung an ein „Ergebnis“. Es geht darum, auf selbstbestimmte  Weise im Prozess mit der eigenen Erfahrung präsent zu sein, ohne etwas zu  verändern. Das wird im TCTSY als „non attachment to outcome“ bezeichnet. Die  konsequente „present moment“ Orientierung schließt „Verschreibungen für die  Zukunft“ ebenfalls aus. 

Die Praxis der interozeptiven Achtsamkeit ergänzt sich mit allen anderen Aspekten  des TCTSY Konzeptes, die wie konzentrische Kreise in einander greifen und sich  gegenseitig unterstützen. 

Interozeptive Zugangshinweise werden in der Praxis wohl dosiert und als  Wahlmöglichkeit angeboten: „Wenn Sie Ihren Kopf von Seite zu Seite drehen, könnten Sie Ihre Aufmerksamkeit zu Ihren Hals- und Nackenmuskeln bringen,  wenn Sie möchten. Möglicherweise können Sie Körperempfindungen in Ihren  seitlichen Halsmuskeln spüren, vielleicht in Ihren hinteren Nackenmuskeln. Es  kann auch sein, dass Sie gar nichts oder nichts Besonderes spüren.“ 

Intersektionalität  

Intersektionalität beschreibt das Zusammenwirken unterschiedlicher Formen von  Ungleichheit, Differenz und Machtverhältnissen. Häufig genutzte Kategorien sind  rassistische Zuschreibungen, Klasse, Geschlecht, sexuelle Orientierung,  Religionszugehörigkeit, Nationalität und Alter. Die Theorie der Intersektionalität  kommt aus dem Schwarzen Feminismus und wurde von Kimberlé Crenshaw  formuliert. Das Konzept ermöglicht eine vielschichtige Analyse sozial konstruierter Ungleichheit und von Systemen, die der Aufrechterhaltung von Macht und  Privilegien dienen. 

Durch die Traumalinse betrachtet wird deutlich, dass von Ungleichheit und  Intersektionalität betroffene Individuen und Gruppen einem ungleich höheren  Risiko ausgesetzt sind, traumatische Erfahrungen (wiederholt) zu machen und  diese gleichzeitig kaum Zugang zu angemessener Traumabehandlung haben.  Forschungsergebnisse belegen die massiv traumatischen Auswirkungen systemischer Diskriminierungserfahrungen, sie zeigen beispielsweise, dass das  Erleben von alltäglichem und strukturellem Rassismus zu sehr komplexen Traumafolgen führen kann. 

Traumatische Erfahrungen sind nicht trennbar von sozialen Kontexten, in denen  sie entstehen. Interventionen die sich überproportional auf die individuelle  Dimension von Trauma richten und systemische Ursachen und Entstehungs zusammenhänge ausblenden, sind nur bedingt hilfreich. Menschen bringen ihre  verkörperten Erfahrungen von Gewalt, Diskriminierung, Exklusion und sozialer  Ungleichheit in den Behandlungsraum und sind jedoch weiterhin toxischen  Strukturen ausgesetzt. 

TCTSY versteht sich als anti-oppressive Praxis und hält als solche die Einbeziehung  einer intersektionalen Perspektive für unverzichtbar. Dies umfasst z.B. die  Implementierung intersektionaler Theorien in alle Trainings- und Ausbildungs konzepte, die Berücksichtigung intersektionaler Aspekte in Studien, Solidarität mit  und anwaltschaftliches Eintreten für die Interessen Betroffener, die kritische  Beleuchtung von Macht- und Entscheidungsstrukturen innerhalb der eigenen  Organisation und die Auseinandersetzung aller Mitarbeitenden mit eigenen  Privilegien und internalisierten Vorbehalten. Das Eintreten für mehr Inklusion,  Diversität, für mehr Teilhabe an bzw. einen verbesserten Zugang zu angemessenen Trauma-Dienstleistungen ist als systematischer und kontinuierlicher Prozess zu sehen, der das aktive Engagement aller Beteiligten erfordert.

Ist TCTSY empirisch erforscht?  

TCTSY ist die derzeit am weitesten entwickelte und am besten erforschte Methode, die Yogaformen im Kontext der Behandlung von Trauma nutzt. Die erste  randomisiert-kontrollierte Studie wurde 2014 veröffentlicht und ergab, dass 52%  der komplex traumatisierten Teilnehmerinnen KEINE PTBS-Symptome mehr  zeigten und der Rest signifikante Symptomverbesserungen erreichte, die auch in  Follow-up Studien stabil blieben. Aufgrund dieser Ergebnisse wurde TCTSY in den USA als evidenzbasiert anerkannt und bei der dortigen nationalen Registrierungsstelle registriert. 

Die Studienlage zu TCTSY ist inzwischen umfangreich. Eine aktuelle, randomisiert kontrollierte Studie untersuchte über vier Jahre die Wirksamkeit von TCTSY als  alleinstehende Intervention im Vergleich zu einer anderen evidenzbasierten  Behandlungsmethode, CPT (Cognitive Processing Therapy). CPT ist im  Militärsystem der USA die Standardtherapie bei PTBS. Probandinnen waren  Frauen, die in Ausübung ihres Dienstes im Militärsystem der USA sexuelle Übergriffe überlebt haben. Ein Großteil der Studienteilnehmerinnen in beiden  Gruppen hatte afro-amerikanische Wurzeln. Beide Methoden zeigten mittlere bis hohe Effekte, wobei TCTSY weniger Abbrüche zu verzeichnen hatte als CPT, früher  erste Wirkungen zeigte und besonders hilfreich war für Teilnehmerinnen mit einer  komplexen Symptomatik durch frühe, chronische traumatische Erfahrungen im  Kontext primärer Beziehungen. In den TCTSY Gruppen zeigten sich auch deutliche Effekte bei gleichzeitig bestehenden depressiven Symptomen.  Weitere TCTSY-Studien finden sich auf der Webseite:  

https://www.traumasensitiveyoga.com/resources/#research

In Amerika ist TCTSY als evidenzbasiertes Behandlungsprogramm  für Trauma anerkannt. Wie sieht es in Deutschland aus? Wie  schätzt du die Chancen ein, dass TCTSY und TSY von den  Krankenkassen unterstützt werden? 

Der Zugang zu angemessener (und angemessen langer) Traumabehandlung ist  nicht nur in Deutschland unzureichend. Es gibt Menschen, die seit Jahren auf  Wartelisten für Traumatherapie stehen. Derzeit sehe ich keine realistische  Möglichkeit, dass TCTSY als evidenzbasierte, kassenfinanzierte Leistung in  Deutschland anerkannt werden könnte. Über den „Fonds Sexueller Missbrauch“ oder über das persönliche Budget einer Einzelfallhilfe kann TCTSY im Einzelfall  (anteilig) erstattet werden.

Privat Versicherte und Menschen mit einer Zusatzversicherung, die eine Behandlung durch Heilpraktiker*innen einschließt, können eventuell Zuschüsse  zur Behandlung erhalten, wenn die durchführende Person Heilpraktiker*in für  Psychotherapie ist. Es ist ratsam, die Versicherung vorher zu fragen.  

Was die zweite Frage betrifft, so handelt es sich bei TSY und TCTSY nicht um  Angebote der Primärprävention, falls das hier gemeint ist. Es gibt aus meiner Sicht  keine Hinweise darauf, dass die Krankenkassen ihren Finanzierungsrahmen diesbezüglich ausweiten möchten.

Was ist bis jetzt deine größte Erkenntnis gewesen, was die Arbeit  mit traumatisierten Menschen angeht? 

Die Erkenntnis, dass der Körper (nicht der Verstand) auf alles reagiert, was als  bedrohlich erlebt wird (Teicher 2002) und es daher wichtig ist, die non-verbalen  und impliziten Aspekte der Traumadynamik in die Behandlung einzubeziehen. Die  Erkenntnis, dass Selbstfürsorge und Selbstmitgefühl unverzichtbar für die Arbeit  mit traumatisierten Menschen sind und grundlegend für eine von Präsenz und  Mitgefühl getragene Beziehungsgestaltung.

Was möchtest du Helfenden, die mit traumatisierten Menschen  arbeiten, mit auf den Weg geben? 

Es gibt vielfältige Wege und Methoden, Menschen bei der Überwindung ihres Traumas zu unterstützen. Ein solides Hintergrundwissen in Psychotraumatologie  ist unverzichtbar um traumatisierte Menschen gut unterstützen zu können.  Hilfreich ist auch, den eigenen professionellen Handlungsrahmen innerhalb seiner  Grenzen achtsam und kompetent auszufüllen. Sicherheit, Verlässlichkeit,  Transparenz und gegenseitiger Respekt sind gute Grundlagen. Helfersyndrom und  Rettungsphantasien sind jedoch kontraproduktiv. 

Was möchtest du Betroffenen, die dieses Interview lesen, mit auf  den Weg geben? 

„Basically, there´s nothing wrong with you that what´s right with you can`t cure”  oder frei übersetzt: Du trägst bereits alle Ressourcen in dir, die zur Überwindung der Folgen traumatischer Erfahrungen nötig sind. Vielleicht fühlst du dich ermutigt, dir die Hilfe und Unterstützung zu organisieren, die dir sinnvoll erscheint. Traumatherapie gehört dabei auf jeden Fall zu den am besten untersuchten  Therapieformen. 

Danke liebe Birgit, für deine Antworten und deine Zeit!

Wenn du mehr über Birgit und ihre Arbeit erfahren möchtest, schau mal hier vorbei.

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