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Traumasensibles Yoga

By December 9, 2019 September 11th, 2020 One Comment
traumasensibles Yoga Duesseldorf

Was passiert, wenn wir traumatisiert sind?

Wenn wir etwas erleben, mit dem unser System nicht umgehen kann, weil dieses Erlebnis/diese Erlebnisse so intensiv und bedrohlich waren, kommt es zu einer traumatisierung. Unser System reagiert mit Überaktivität (Flucht, Kampf) oder Unteraktvität (Rückzug, Schreckstarre). Eine Reaktion die evolutionsbiologisch erklärbar ist und auch heute noch eine automatische Reaktion deines Systems auf Gefahr ist. Diese automatische Reaktion macht uns manchmal, auch nachdem die Gefahr vorüber ist, Probleme.  Dann ist das natürlich fließende Zusammenspiel von Sympathikus (Wachheit, Aktivität) und Parasympathikus (Gefühl von Verbundenheit, erholsamen Schlaf, Entspannung) in seiner Funktion gestört. Das Nervensystem „hängt“ und es fällt uns deswegen schwer, uns selbst zu regulieren – Entspannung, Aufmerksamkeit, das Gefühl, in sich zuhause zu sein, ist dann nicht da/gefühlt sehr weit weg.

Einen ausführlicheren Artikel zum autonomen Nervensystem, wieso du es verstehen solltest, wenn du ungelößte Spannung in dir trägst und wie du mit deinem Nervensystem arbeiten kannst findest du hier.

Die verschiedenen Trauma

Es gibt Schocktrauma, ausgelöst durch ein Ereignis oder mehrere Ereignisse wie einen Unfall oder Krieg. Unser  System reagiert und gerät aufgrund der unmittelbaren Gefahr zu sterben, in einen Notfallmodus.

Forscher gehen außerdem davon aus, dass es neben dem Schocktrauma auch das Entwicklungstrauma gibt. Ursächlich für die traumatisierung ist nicht unbedingt eine tatsächlich tödliche Gefahr. Doch die Aufgabe unseres Gehirns ist es, unser System zu erhalten. Sicherheit ist dabei das höchste Gut. Erlebnisse in der frühen Kindheit, wie der Verlust einer wichtigen Bezugsperson oder traumatisierte Eltern, die nicht genug Ressourcen für echte Bindung haben, können traumatisierend wirken und unser Nervensystem aus dem Gleichgewicht bringen. Denn unsere wichtigste Sicherheit als Kind sind unsere Beezugspersonen. Wenn diese nicht in Kontakt gehen können, weil sie selbst traumatisiert sind, oder aus anderem Grund keine Bildung aufbauen, ist das sehr bedrohlich für uns als Kind.

Was bedeutet das und wie funktioniert traumasensibles Yoga?

Sehr wichtig finde ich, dass unser Nervensystem sich ständig verändert. Wenn wir verstanden haben, wie das Nervensystem funktioniert, dann können wir unsere Symptome besser verstehen und mit diesen arbeiten. So wie ein Trauma als Stressor in unser System eingreift, können wir das durch traumasensibles Yoga auch tun. Wenn wir unseren Körper in Bewegung bringen, bringen wir auch unser Nervensystem in Bewegung. Die Fähigkeit, sinnvoll zwischen An- und Entspannung zu wechseln, können wir so wieder erlernen.

Traumasensibles Yoga ist kein Stil, sondern eine Haltung.

Wenn du dich auf sanfte Bewegung einlässt darfst darfst du in deinem Maße ausloten, was geht, ohne deine Grenzen zu missachten, erlebst du deinen Körper absichtslos, ohne das du etwas leisten musst. 

Eine traumasensible Yogastunde:

  • ist nicht leistungsorientiert
  • findet in einem für dich sicheren Raum statt.
  • ist kein Frontalunterricht: ich beobachte dich nicht, ich mache mit. Dennoch halte ich diesen sicheren Raum.

Natürlich kostet es Kraft, mit deinem Nervensystem zu arbeiten. Aber wenn du dich dafür entscheidest, wieder auf den Weg zu kommen dann bin ich in Düsseldorf für dich da.

Wenn du Fragen hast, schreib mich an! 

Für Yogalehrer

Die Inhalte dieses Artikel sind ein Bruchteil dessen, was ich aus der Fortbildung „Yoga und Trauma“, geleitet durch Nicole Witthoeft, mitgenommen habe. Wenn du als Yogalehrer deinen Unterricht traumasensibel gestalten willst, dann empfehle ich dir die Aus- oder Fortbildung bei ihr. Ich habe die Fortbildung über den Verein „Yoga für alle“ absolviert. Ein toller Verein!

traumasensibles Yoga

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