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Deswegen ist traumasensible Achtsamkeit so wichtig: 4 Gründe für Traumasensibilität in Yoga, Coaching und Energie-Arbeit

By March 7, 2022 November 27th, 2022 No Comments
Wieso ist traumasensible Achtsamkeit wichtig?

In diesem Artikel erfährst du kurz und kompakt, warum Traumsensibilität in Yoga, Coaching und Energie-Arbeit so wichtig ist.

Neben meinem Blog ist das Herz-Stück meiner Aufklärungs-Arbeit mein Instagram-Account. Dort findest du regelmäßig Impulse zu den Themen traumasensibilität, Yoga, Körperarbeit und Coaching.

4 Gründe, warum Traumsensibilität in Yoga, Coaching und Energie-Arbeit so wichtig ist

1. Erschaffe einen inklusiven und traumasensiblen Raum

Viele ÄrztInnen und TherapeutInnen empfehlen deinen SchülerInnen oder KlientInnen Meditation, Yoga, ergänzendes Coaching und Co. Das bedeutet, besonders Menschen, die Leid tragen, suchen Entspannung und Stabilität in Achtsamkeit (was toll ist). Das ist eine große Verantwortung, die wir da haben. Achtsamkeitsbasierte Methoden sind (fast) salonfähig. Auch das ist eine wunderbare Entwicklung, zu der DU beiträgst. Die Herausforderung: Wir sind i.d.R. keine TherapeutInnen, werden aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mit Menschen konfrontiert, die einen Trauma-Hintergrund haben.

Wenn du traumasensibel arbeitest bedeutet es, dass du traumakundig bist. Du weißt dann darüber Bescheid, was bei Trauma in Gehirn und Nervensystem passiert. Durch kleine Anpassungen kannst du deine Angebote so gestalten, dass sie für Traumatisierte sicher sind. Es schützt sie davor, durch nicht-traumasensible Anleitung retraumatisiert zu werden. Ein Beispiel sind lange, Stille-Phasen, bei denen propagiert wird, dass man einfach mit sich sein soll. Lange Stile-Phasen können traumatischen Stress verstärken. Das solltest du wissen. Denn du weißt nie, wer den Weg in deine Angebote findet. Kreiere sie so sicher und inklusiv wie möglich. Jeder deiner SchülerInnen oder KlientInnen profitiert davon.

2. Jeder deiner SchülerInnen oder KlientInnen profitiert von deinem Wissen

Wissen über Trauma beinhaltet Wissen über das Nervensystem. Dieses Wissen ist essenziell. Denn wenn wir aus dem Gleichgewicht sind, ist unser Nervensystem aus dem Gleichgewicht. Das Nervensystem ist die Grundlage unseres Erlebens. Es steuert alle wichtigen Prozesse unseres Körpers. Deswegen ergibt es Sinn, damit zu arbeiten, wenn wir nachhaltige Veränderung in unser Leben einladen wollen. Traumasensible Angebote arbeiten immer mit dem Nervensystem. Sie fragen ganz konkret: Was braucht unser Nervensystem, damit wir uns sicher fühlen. Was braucht es, um sich entspannen zu können? So ist das Wissen über Trauma und das Nervensystem eigentlich Wissen über uns Menschen. Jeder von uns hat ein Nervensystem. Jeder kann von diesem theoretischen Wissen profitieren. Es macht deine Arbeit so reichhaltig und nährend, wenn du das beherzigst.

3. Es sind viel mehr Menschen von Trauma betroffen, als du denkst

Die genaue Zahl der traumatisierten Menschen in Deutschland ist unbekannt. Denn die meisten Krankenkassen erfassen Trauma entweder zusammen mit anderen “affektiven Störungen” oder „nur“ die Fälle, in denen eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) diagnostiziert wurde. Die komplexe posttraumatische Belastungsstörung (KPTBS) ist erst seit diesem Jahr als Diagnose anerkannt. Bindungs- und Entwicklungstrauma sind bis jetzt noch nicht anerkannt. Allein das lässt darauf schließen, dass es eine große Dunkelziffer gibt. Man geht aber davon aus, dass jeder 3. – 4. Deutsche ein Trauma hat.

Auch neue Erkenntnisse aus der Traumaforschung legen nahe: Es braucht weniger als angenommen, um unser System aus dem Gleichgewicht zu bringen. Wenn du dich mit der Definition von Schock- und Entwicklungstrauma auseinandersetzt, wird das sofort greifbar. Damit möchte ich das Leben nicht pathologisieren und katastrophisieren. Wir sind einfach sehr feinfühlige Wesen. Das dürfen wir anerkennen. Und deswegen können wir auch davon ausgehen, dass wir Menschen begegnen, die mit Trauma zu tun haben.

4. Die Pandemie und Kriege unserer Zeit

Die Pandemie und die Ereignisse der letzten Monate wirkt auf so viele unterschiedliche Weisen in unserem Sein und Nervensystem. Bei vielen Menschen ist in den letzten Jahren viel an die Oberfläche gekommen. Vielleicht war das bei dir ja auch der Fall. Die Pandemie erzeugt Stress. Individuell, gesellschaftlich, innerhalb der Familie, im Beruf. Das äußert sich bei jedem anders. Manchmal sehr direkt, manchmal sehr subtil. Um diesen Stress managen zu können, brauchen wir Energie. Auch um alte Themen zu verdrängen (das passiert unterbewusst) braucht es ebenfalls Energie. Sehr viel sogar. Viele von uns waren schon vor der Pandemie am Rande ihrer Belastungsgrenze. Die zusätzlichen Stressoren führen dazu, dass nicht mehr genug Energie „im System“ ist. Zumindest nicht genug Energie, um den Alltag zu meistern, alte Themen zu verdrängen UND mit den neuen Herausforderungen zurechtzukommen.

Kurzum: Die Pandemie kann aus den unterschiedlichsten Gründen als traumatischer Stressor wirken (kann, muss nicht). Deswegen stecken besonders jetzt viele Menschen in intensiven Prozessen. Wenn der Körper deiner SchülerInnen oder KlientInnen im Kampf & Flucht Modus ist, dann wirken mentale Techniken zum Beispiel nicht mehr so gut. Andere Techniken können stark triggern. Wenn du dich über all das informierst, dann kannst du deine Angebote wirklich nährend und unterstützend gestalten. Und das ist es, was du willst (denke ich :D)

Fazit: Traumasensibilität schafft einen sicheren und inklusiven Raum.

Das Wissen über Trauma schenkt uns Wissen über uns Menschen und beantwortet die Fragen: Was braucht es, damit wir uns sicher fühlen? & Was braucht unser Nervensystem, um sich entspannen zu können? Die Erkenntnisse aus der traumasensiblen Arbeit sind wertvolle Leitplanken für die Arbeit mit Menschen generell. Wenn wir unsere Angebote traumasensibel gestalten, dann schaffen wir einen sicheren und inklusiven Raum. So können wir Heilung unterstützen.  

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